Die Anfänge des Oberammergauer Holzschnitzer-Gewerbes dürften im Spätmittelalter liegen. Wie in anderen Gebirgsgegenden, in denen die Landwirtschaft allein nicht ausreichte, um die wachsende Bevölkerung zu ernähren, musste auch hier ein Nebenerwerb das tägliche Brot sichern.

Im 16. Jahrhundert hatten die Oberammergauer Schnitzer ihre Kunst so weit entwickelt, dass sie Szenen, die in eine Nussschale passten, fertigen konnten. Spiegelrahmen, Tafeln, Schreibzeuge, Barfüßermönche und Kruzifixe machten das weitere Angebot aus. Nachfahren veränderten in Konkurrenz zu Berchtesgaden, dem Grödner Tal in Südtirol, dem Erzgebirge und Thüringen die Palette ihrer seit dem 18. Jahrhundert  zusätzlich gefassten, das heisst bemalten Waren. Ein dichtes Handelsnetz, auch begünstigt durch die Lage Oberammergaus an einer Fernhandelsstraße, sorgte für den Absatz der meist als Massenware gefertigten Produkte. Oberammergauer waren an Handelsniederlassungen vom russischen St. Petersburg über Göteborg in Schweden bis ins spanische Cadiz  beteiligt, während gleichzeitig Kleinhändler mit ihren “Kraxen” Rückentragegestelle) zu Fuß ganz Europa durchwanderten. Ende des 18. Jahrhunderts bildeten sich die auch heute noch existierenden Verlegerfirmen, die am Ort selbst die Waren aufkauften und den Vertrieb von dort aus in die Hand nahmen

 

Karikatur

 

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